„Seit Erfindung der Kochkunst, essen die Menschen doppelt so viel, wie die Natur verlangt!“

Benjamin Franklin

*DICK* oder *DÜNN*

Einteilung nicht immer einfach

Was als ‚dick‘ und als ‚dünn‘ bezeichnet wird, ist den meisten ganz klar – oder nicht? Dazu werden Berechnungen, Massbänder, Waagen und..und..und..bemüht.

Als Beurteilung und Berechnung für Unter-, Normal- und Übergewicht wird vielfach der BMI – der Body Mass Index verwendet. Dieser Index soll uns zahlengenau sagen, ob wir unter-, normal-, übergewichtig oder sogar fettleibig – also adipös – sind.

BMI Formel

Für die Berechnung setzt Du Körpergewicht und Körpergröße ins Verhältnis: Du teilst Dein Körpergewicht (in kg) durch das Quadrat der Körpergröße (in m, nicht in cm). Hierzu gibt es viel einfacher jede Menge Online-Rechner, die Dir das Rechnen abnehmen und auch gleich eine Aussage zum Ergebnis mitteilen.

Anhand der errechneten Zahl, wirst Du nun in diversen Tabellen ‚klassifiziert‘: dünn, normal, zu dick, stark übergewichtig, massiv übergewichtig…

Unterschiedliche Tabellen beim BMI

Wie die Tabellen zu lesen sind

Die meisten Tabellen, in denen Du die Klassifizierung Deines BMI ablesen kannst, berücksichtigen zumindest Dein Alter und Geschlecht. Dies ist sehr wichtig, da sich ab ca 40 Jahren unsere Körperzusammensetzung und unser Stoffwechsel verändern. Demnach nehmen wir ganz ’natürlich‘ im Alter zu, was die Tabellen berücksichtigen sollten. Männer und Frauen haben starke Unterschiede in ihrem Körpergewicht, vor allem im Muskelanteil. Auch dies sollte in unterschiedlichen Tabellen für Männer und Frauen berücksichtigt werden.

Kritik am BMI

Was mir nicht passt!

Der BMI ist lediglich zu einer ganz groben Einschätzung ein praktischer Richtwert. Leider werden in der Berechnung viele wichtige Faktoren nicht berücksichtigt.

Beispielsweise gilt ein ‚Muskelpaket‘ ggf. als stark adipös, weil dieser Fitnessfreak mit vielen, schwergewichtigen Muskeln auch viele Kilos auf die Waage bringt. Der BMI-Formel ist es jedoch nicht möglich zwischen Muskel- und Fettmasse zu differenzieren, was zu einer falschen Einschätzung führt. Wichtig: das Verhältnis von Fett- zu Muskelmasse berücksichtigen! Auskunft zum Verhältnis Muskel- zu Körperfettmasse erhältst Du mittels (technisch guter) Körperfettwaagen.

Eine noch größere Kritik an der BMI-Formel ist: die fehlende Einbindung der Körperstatur.

Bin ich Apfel oder Birne?

Die Körperstatur ist eine Frucht

Als Bewertung des Körpergewichtes wird der Bauchumfang hinzugezogen oder auch mittlerweile alleine vewendet. Mit dieser Messmethode wird das in der Bauchhöhle liegende Fettgewebe ‚bestimmt‘. Du solltest morgens nüchtern mit freiem Oberkörper messen. Dabei stehst Du und atmest leicht aus. Dann misst Du auf etwa Bauchnabelhöhe (‚in der Mitte zwischen dem unteren Rippenbogen und dem Beckenkamm‘) Deinen Bauchumfang.

Der Bauchumfang gilt als Risikofaktor für das Auftreten von Krankheiten, die allgemein auf Übergewicht zurückzuführen sind. Dabei erlaubt der Bauchumfang mit einer Einteilung in ‚Männer‘ und ‚Frauen‘ eine altersunabhänige gute Aussage bezüglich des Risikos für koronare Herzkrankheiten, Schlaganfall und Diabetes.

Bauchumfang Männer

> 94 cm erhöhtes Risiko

> 102 cm deutlich erhöhtes Risiko

(Wikipedia)

Bauchumfang Frauen

> 80 cm erhöhtes Risiko

> 88 cm deutlich erhöhtes Risiko

(Wikipedia)

Das Verhältnis Bauch-Hüfte, Bauchumfang und BMI gemeinsam prognostiziert besser die Gesundheitsrisiken, als der BMI alleine. Ausschlaggebend für unsere Gesundheit ist bei Übergewicht unser ‚viszerales‘ Bauchfett. Das ist das überschüssige Fett, welches sich genau an der Bauchmitte ansammelt und über unseren Hosenbound rüberquillt, wie bei einem Muffin:

‚Muffin Top‘ Muffin - Teig quillt über den Rand

Es ist also ungünstiger ein *Apfel* zu sein und das eingelagerte Fett ‚viszeral‘ an Bauch bzw. Taille zu speichern, als eine *Birne*, die das Fett vermehrt an Hüfte und Oberschenkel einlagert.

Dicke Dünne

Was Dick ist im ‚Dünnen‘

Dicke Dünne haben laut BMI nicht übermäßig viel Gewicht, sind ggf sogar normalgewichtig oder nur leicht übergewichtig. Erst beim näheren ‚Hinsehen‘ weisen sie einen großen Fettanteil und geringen Muskelanteil auf.

Normalgewichtig, aber innerlich fett.

Das innerliche Fett ist in diesen Fällen meist in der Bauchregion zu finden und leicht durch ein lockeres T-Shirt, unter einem Kleid oder einem Blazer zu verstecken. Der restliche Körper erscheint schlank.

Vielfach sind dies die Folgen einer schlechten Lebensmittelauswahl bei gleichzeitig geringem Bewegungsdrang.

In den Wechseljahren kommt es zusätzlich zu Hormonungleichgewichten. Bei Frauen bedeutet dies, dass ein Überschuss an Kalorien nun vermehrt am Bauch abgespeichert wird. Diese Tragik erkläre ich in einem anderen BLOG-Beitrag einmal ausführlicher.

Warum Bauchfett so schlimm ist

Sexy?…NICHT! Schlimm?…LEIDER!

Wenn es doch nur ein ‚kosmetisches Problem‘ wäre…unser ‚Muffin Top‘! Für unsere Vorfahren war das Bauchfett sicherlich eine gute ‚Sache‘. So hatten sie wahrscheinlich – ganz in der Nähe der Organe – in Hungerzeiten ein schönes Depot um schnelle Energie zu gewinnen. In der heutigen Zeit gelangen wir Menschen mit ‚Muffin Top‘ nicht mehr in Hungersnot und schlagen uns mit dieser Anlage, dem Fettanlage in der Mitte unseres Körpers, mehr schlecht als recht.

Wie Professor Peter Schwarz, Diabetologe am Uniklinikum Dresden in der Apotheken Umschau erklärte, ist das sogenannte Bauchfett nicht zu unterschätzen. Es sei selber stoffwechselaktiv, also keinesfalls ‚totes Gewebe‘ und bilde viele Botenstoffe aus. Diese Botenstoffe beeinflussten unseren Stoffwechsel negativ und steigerten dementsprechend das Risiko für Herzkreislauferkrankungen und Diabetes.

Warnsignale, die uns erkennen lassen, ob wir gefährdet sind, gibt es außerhalb unserer Rettungsringes einige…Du könntest z. B. in regelmäßigen Abständen Deinen Nüchternblutzuckerspiegel morgens messen lassen. Ein auch nur leicht erhöhter Nüchternblutzucker könnte frühzeitig erste Anzeichen einer Schieflage des Zuckerstoffwechsels aufzeigen.

FAZIT:

Dicke Dünne sind gefährdet!

Übergewicht ist gesundheitsgefährdend. Dies ist so, egal ob Du ein dicker Dicker oder dünner Dicker bist. Das Nichterkennen der Verfettung und Gefährdung bei dünnen Dicken, macht das Risiko für diese um so größer. Guter BMi = Fit…das stimmt schon lange nicht mehr und auch dünne Dicke müssen dringend aufwachen und ins Handeln kommen!

Deine webAPOTHEKERIN Linda